Kohlgallenrüssler oder Kohlhernie

Der Kohlgallenrüssler (Ceutorhynchus pleurostigma) ist ein 2-3 mm großer Rüsselkäfer, der gallenartige Verdickungen am Stängelgrund und am Wurzelhals von Kohlpflanzen verursacht. Durch einen Befall mit dem Schädling kann das Wachstum des Kohlgemüses gehemmt werden. Schäden treten vor allem an den jüngeren Kohlpflanzen auf. Wenn Sie die gallenartigen Verdickungen am Stängelgrund und an den Wurzeln aufschneiden, erkennen Sie, dass sie von innen hohl sind. Manchmal sind im Innern zusätzlich die weißen Larven des Rüsselkäfers vorhanden.

Erwähnenswert ist, dass der Schaden durch den Kohlgallenrüssler einem Befall mit einer Pilzkrankheit ähnelt und gelegentlich mir ihr verwechselt wird – nämlich mit der Kohlhernie. Die Kohlhernie wird durch den im Boden lebenden Schleimpilz Plasmodiophora brassicae hervorgerufen. Bei einem Befall mit dem Kohlgallenrüssler oder der Kohlhernie sollten Sie die kranken Kohlpflanzen möglichst schnell entfernen und über den Biomüll entsorgen. Vor allem Kohlpflanzen, die von der Kohlhernie befallen sind, sollten Sie nicht auf den Kompost geben: Der Pilz ist nämlich in der Lage, dort sehr lange zu überdauern. Achten Sie nach einem Auftreten der Kohlhernie außerdem auf eine ausreichend weite Fruchtfolge. Sie sollten Kohlgemüse nicht direkt wieder nach Kohl anbauen. Durch eine regelmäßige Kalkung des Bodens, bei dem ein pH-Wert von etwa 7,0 im Boden angestrebt wird, können Sie der Kohlhernie außerdem bereits vorbeugen.

Die Kohlhernie kann sehr starke Schäden bis hin zum Absterben der Kohlpflanzen verursachen. Die Pflanzenausfälle, die durch den Befall mit dem Kohlgallenrüssler entstehen, sind hingegen eher gering und kaum von Bedeutung.

Landwirtschaftskammer NRW, Andreas Vietmeier, Pflanzenschutz-Spezial Haus- und Kleingarten Nr. 12_26 vom 06.08.2026 (Text und Bilder)