In alten Obstbäumen, wie z.B. dem Apfelbaum, treten gelegentlich Misteln (Viscum album) auf. Ein starker Besatz mit Misteln in der Baumkrone kann vor allem ältere oder bereits geschwächte Obstbäume in ihrer weiteren Entwicklung negativ beeinträchtigen.
Misteln gehören zu den Halbschmarotzern und benötigen für ihre Entwicklung einen Wirtsbaum, auf dem sie leben und sich ernähren können. Die Misteln sind zwar auch in der Lage, selbständig Photosynthese über ihre grünen Blätter zu betreiben, das lebensnotwendige Wasser und die erforderlichen Nährstoffe entziehen sie aber dem Wirtsbaum. Durch einen Besatz mit Misteln kann der Obstbaum daher auf Dauer im Wachstum geschwächt werden. Besonders ältere Obstbäume leiden durch den Mistelbewuchs und können im Laufe der Zeit vergreisen. Die Verbreitung der Mistel erfolgt über den Mistelsamen, der von Vögeln gefressen und verschleppt wird. Um ältere, von Misteln bewachsene Obstbäume auf Dauer zu erhalten, kann es daher sinnvoll sein, die Misteln aus dem Obstbaum zu entfernen. Dazu gibt es die Möglichkeit, die auf dem Ast wachsenden Misteln durch ein Abschneiden direkt an Astoberfläche zu beseitigen oder den betroffenen Ast des Obstbaumes komplett zu entfernen. Je nach Stärke des Mistelbesatzes und der Statik des Obstbaumes sollte die beste Methode im Einzelfall ausgewählt und entsprechend durchgeführt werden. Wenn Sie die Misteln nur zurückschneiden, besteht aber die Gefahr, dass sie nach einiger Zeit erneut wieder austreiben. Der Rückschnitt der Misteln muss daher gegebenenfalls wiederholt werden.
Quelle: Landwirtschaftskammer NRW, Andreas Vietmeier, Pflanzenschutz-Spezial Haus- und Kleingarten Nr. 3_26 vom 05.03.2026 (Text und Bilder)