Reise ins Alte Land und nach Hamburg

Der Verein der Gartenfreunde Lembeck reiste Ende August ins Alte Land und nach Hamburg.

1. Tag Mittwoch 26.08.2026 Anreisetag

Pünktlich um 7 Uhr startete unsere diesjährige Fünftagefahrt am Busbahnhof Lembeck. Am Lenkrad des komfortablen Busses der Firma Menchen saß wieder Ewald Koppers, den die meisten Mitfahrenden schon kannten und mochten. Da in diesem Jahr kein gemeinsames Frühstück eingeplant war, wurde nach etwa einer Stunde eine Kaffee- und Toilettenpause an einer Raststätte eingelegt. Danach ging es ohne weitere Pause nach Bremerhaven, wo um 12 Uhr im Deutschen Auswandererhaus ein leckeres Mittagessen auf uns wartete.

Anschließend wurden wir in zwei Gruppen durch die große Ausstellung geführt. Besonders eindrucksvoll war der Aufstieg über eine lange Treppe, vorbei an einem schwarzen Schiffsrumpf. Dabei konnte man nachempfinden, welche Gefühle die Auswanderer gehabt haben müssen, als sie diesen Gang antraten. Oben „im Schiff“ angekommen, wurde sogar das Schwanken des Schiffes imitiert, sodass man das Gefühl hatte, keinen sicheren Boden mehr unter den Füßen zu haben. Von Bremerhaven aus haben ca. sieben Millionen Deutsche das Land in Richtung Übersee verlassen. Die meisten von ihnen sind nach Amerika ausgereist. Am Ende der Ausstellung wurde auch die wichtige Thematik der Einwanderung nach Deutschland behandelt. Nach der Führung blieb noch etwas Zeit, um im angrenzenden Hafengebiet spazieren zu gehen und die frische Luft und die Sonne zu genießen, bevor wir zu unserem Hotel „Altes Land“ in Jork weiterfuhren.

2. Tag Donnerstag, 27.08.2026

Bereits um 9 Uhr stand unsere Reiseleiterin Helga Feindt in ihrer altländischen Alltagstracht vor dem Bus und erwartete uns zur Rundfahrt durch das Alte Land, das größte zusammenhängende Obstanbaugebiet Nordeuropas. Der erste Halt war am Lüheanleger in Grünendeich an der Elbe. Von dort aus fährt eine Fähre nach Schulau in Hamburg-Wedel. Auf der Weiterfahrt nach Stade kamen wir an vielen alten, reetgedeckten Häusern vorbei.
Helga Feindt erklärte uns, warum einige dieser Häuser einen verfallenen Eindruck machen: Einerseits dürfen sie nicht abgerissen werden, andererseits ist die Reparatur für viele Hausbesitzer unbezahlbar. Denn einen Quadratmeter Reetdach zu erneuern kostet 200 bis 300 €.
Bei der Stadtführung in der alten Hansestadt Stade wurde Helga Feindt von ihrem Mann unterstützt, sodass wir die Stadt in zwei Gruppen erkunden und viele Fotos machen konnten.
Um 12 Uhr wurden wir im Hollerner Hof in Hollern-Twielenfleth zum Mittagessen erwartet. Auf der Weiterfahrt Richtung Jork hielten wir in Grünendeich an, um die St.-Marien-Kirche zu besichtigen. Besonders beeindruckend war die Decke aus Holzdielen, die einem umgedrehten Schiffsboden gleicht.
Unser nächstes Ziel war der sogenannte Herzapfelhof der Familie Lühs in Jork. Juniorchef Ralf Lühs nahm uns mit zu einer höchst amüsanten und informativen Führung durch den riesigen Apfelhof. Wir absolvierten die Führung im sogenannten „Apfelexpress”, d. h., ein alter Deutz-Traktor zog zehn kleine Anhänger, auf denen jeweils bis zu sechs Personen Platz nehmen konnten.
Nach dieser Rundfahrt konnten wir noch die Sortierhalle sowie die modernen Kühlhäuser besichtigen.
Am Abend gab es dann noch ein ganz besonderes Konzert in der nahe am Hotel gelegenen St.-Matthias-Kirche: Der 90-jährige Giora Feidman spielte mehr als eineinhalb Stunden lang herzergreifend Klarinette. Begleitet wurde er von einem ebenso virtuosen, aber jüngeren Gitarristen. Es war ein einmaliges Musikerlebnis, das sich ein großer Teil unserer Reisegruppe nicht entgehen ließen.

3. Tag Freitag, 28.08.2026

Am Freitag standen die Hansestadt Hamburg und das Motto „Unter der Elbe, auf der Elbe und über der Elbe” auf dem Programm. Nach der Anfahrt über die bekannte Köhlbrandbrücke erreichten wir unser erstes Ziel. Wir durchquerten den alten St. Pauli Elbtunnel zu Fuß und befanden uns dabei unter der Elbe. An den Landungsbrücken auf der anderen Elbseite stiegen wir für eine Hafenrundfahrt auf der Elbe auf ein Schiff. Während der einstündigen Fahrt wurden die Sehenswürdigkeiten, vor allem die riesigen Containerschiffe und ein Kreuzfahrtschiff, live kommentiert. Die größten Containerschiffe können bis zu 24.000 Container laden, weshalb sie einen entsprechenden Tiefgang und eine ausreichende Höhe benötigen. Deshalb muss die keineswegs niedrige Köhlbrandbrücke durch eine neue Brücke ersetzt werden und die Elbe muss regelmäßig vertieft bzw. vom Schlick befreit werden.

Nach der anschließenden Mittagspause an den Landungsbrücken fuhren wir mit dem Bus zur nahegelegenen Elbphilharmonie (Elphi). Wir begaben uns auf die Plaza, die sich über der Elbe befindet. Von hier aus konnten wir den 360-Grad-Rundumblick auf den Hamburger Hafen und die Hamburger Innenstadt genießen. Bei der anschließenden Stadtrundfahrt lernten wir beide etwas näher kennen. Besonders sehenswert sind die mondänen, aber oft auch leerstehenden weißen Villen an der Außenalster, wo man kaum Menschen sieht. Am berühmten Rathaus vorbei ging es Richtung St. Pauli. Dort gelang es unserem erfahrenen Busfahrer Ewald, selbst die engsten Gassen im Kiez mit dem Bus zu durchqueren. Über die Köhlbrandbrücke und durch das Hafengebiet fuhren wir schließlich zurück nach Jork zu unserem Hotel. Nach dem Abendessen saßen wir noch in gemütlicher Runde zusammen und sangen unter musikalischer Begleitung von Branko Baf auf seinem Akkordeon einige bekannte Volkslieder.

4. Tag Samstag, 29.08.2026

Nach den beiden ziemlich anstrengenden Tagen ließen wir es am Samstag viel ruhiger angehen. Wir fuhren in den bekannten Loki-Schmidt-Garten, den Botanischen Garten der Universität Hamburg, und nahmen uns drei Stunden Zeit für die Besichtigung.
Anschließend ging es weiter nach Buxtehude, der Hase-und-Igel-Stadt, wo wir ebenfalls fast drei Stunden verbrachten. Nach dem Abendessen konnte wieder unter Akkordeonbegleitung gesungen werden.

5. Tag Sonntag, 30.08.2026 Rückreisetag

Wir fuhren am Sonntagmorgen etwas später los, um noch auf dem Herzapfelhof einzukaufen, der sonntags erst um 10 Uhr öffnet. Als wir ankamen, war es schon recht voll, da eine Oldtimer-Rallye erwartet wurde und sich bereits einige Familien mit kleinen Kindern eingefunden hatten, die die Pflaumen selbst pflücken wollten. Die reichlich vorhandenen Einkaufsmöglichkeiten ließen wir uns kaum entgehen.

Nach dem ungewohnten Einkauf am Sonntagmorgen starteten wir in Richtung Cloppenburg, das wir nach ca. drei Stunden Fahrt fast staufrei erreichten. Leider regnete es bei unserer Ankunft im Museumsdorf Cloppenburg. Auch nach dem gemeinsamen Kaffeetrinken im Dorfkrug hörte der Regen nicht auf. Wir ließen uns davon jedoch nicht abhalten und machten einen etwas verkürzten Rundgang durch das 25 Hektar große Museumsdorf mit seinen zahlreichen alten Bauernhäusern, Scheunen und Ställen.

Ziemlich durchnässt fuhren wir anschließend zu unserem nächsten Ziel, dem Landgasthof Budde-Heimann in Emsdetten-Ahlintel. Dort warteten im Festsaal eine leckere Hochzeitssuppe und ein warmes Buffet auf uns. Gut gestärkt und gesättigt traten wir den letzten Teil der Reise an und erreichten planmäßig kurz vor 21 Uhr den Lembecker Busbahnhof, wo viele Abholer auf uns warteten.

Es war eine durchweg gelungene und erlebnisreiche Fahrt.

Text und Bilder: Ludwig Drüing