Neben der ehrenamtlichen Verbraucherberatung werden im Zukunftsgarten NRW auch regelmäßige „qualifizierte Fachtage“ durchgeführt. Am 18. Juli stand dabei das Thema „Naturnaher Pflanzenschutz“ auf dem Programm. Angelika Laumann, erfahrene Gärtnerin vom Kreislehrgarten in Steinfurt und Dr. Petra Bloom, Geschäftsführerin des Landesverbandes der Gartenbauvereine, informierten die interessierten Besucherinnen und Besucher über die vielfältigen Möglichkeiten des naturnahen Pflanzenschutzes. Wichtigstes Element ist dabei, der Pflanze optimale Lebensbedingungen zu bieten. Ähnlich wie bei uns Menschen tragen eine gute Gesellschaft und vollwertige Ernährung dazu bei, den Widrigkeiten des Alltags gut gewappnet zu sein. Eine gesunde Pflanze ist widerstandsfähig gegenüber Krankheiten, Schädlingen und Witterungseinflüssen wie Hitze und Trockenheit.
Beim sogenannten „integrierten Pflanzenschutz” bilden vorbeugende Maßnahmen wie die standortgerechte Auswahl von Arten und Sorten, eine bedarfsgerechte organische Düngung und Bewässerung sowie gute Substrate und lebendige, humose Böden die Basis für ein gesundes Pflanzenwachstum.
„Jedem Schädling ist ein Nützling gewachsen“ – das ist das Motto von Angelika Laumann. Sie entdeckte innerhalb weniger Minuten die ersten Schädlinge an unserem beliebten Palmkohl sowie am „Red Russian Kale“. Die befallenen Blätter mit verpuppten Kohlweißlingsraupen, Eigelegen der Mottenschildlaus (weiße Fliege) und parasitierten Blattlauseiern wurden auf dem Thementisch „Nützlinge“ ausgelegt. Vor allem die vielen Kinder, die den Zukunftsgarten im Rahmen des Aktionstages besuchten, waren begeistert, die befallenen Blätter mit bloßem Auge oder mithilfe einer Lupe zu untersuchen. Die erwachsenen Besucher konnten sich über die große Auswahl an Nützlingen wie Schlupfwespen, Raubmilben und Nematoden informieren, die per Bestellkarte im Handel erhältlich sind. Dass Nützlinge durch eine vielfältige Gartengestaltung in den Garten gelockt werden, ist im Zukunftsgarten gut nachvollziehbar. In der vom NABU gestalteten Teilfläche sind Nistmöglichkeiten für Wildbienen und andere Wildtiere ausgestellt. Ein wenig aufgeräumter artenreicher Garten bietet den Nützlingen darüber hinaus Nahrung und Winterquartiere, Brutstätten und Rückzugsorte.
Petra Bloom befasste sich in ihrem Themenbeitrag mit Pflanzenstärkung und Pflanzenschutz mit Grundstoffen. Neben den wenigen für den Haus- und Kleingarten zugelassenen biologischen und synthetischen Pflanzenschutzmitteln gibt es inzwischen eine große Auswahl an „Grundstoffen“. Diese werden zwar nicht zu Pflanzenschutzzwecken produziert, haben aber einen kurativen oder stärkenden Einfluss auf die Pflanzengesundheit. Hierzu gehören beispielsweise Natron, Essig, Molke, Bier und Salz. Des Weiteren konnten sich die Besucherinnen und Besucher darüber informieren, wie man aus Schachtelhalm und Brennnessel pflanzenstärkende Jauchen, Brühen oder Tees herstellen kann.

Bilder: Petra Bloom, Landesverband der Gartenbauvereine NRW e.V.
DANK:
Wir danken den Unternehmen Anlauf & Anlauf GbR (Fruchtschutzbeutel), Nordvio ApS (Schneckenfallen), W. Neudorff GmbH KG (Grundstoffe, mechanische Plfanzenschutz), Sauer und Stepper GmbH (Nützlinge) für die Bereitstellung von Anschauungsmaterial.
Der Zukunftsgarten NRW wird gefördert von der Stiftung Umwelt und Entwicklung Nordrhein-Westfalen (SUE).
Die Verbraucherberatung und die qualifizierten Fachtage werden gefördert vom Ministerium für Landwirtschaft und Verbraucherschutz der Landes NRW.